Futterspende für Tierheim und Humanitäre Hilfe

Kronach (bu) Rund zwei Tonnen Hunde- und Katzenfutter gingen in den letzten Tagen als Spende an das Tierheim in Kronach und an die Humanitäre Hilfe für Menschen in Not.
Die Futterspende kam von der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing – Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum. Für den Verein mit Sitz in Kronach ist die Hilfe und Unterstützung für notleitende Menschen und Tiere selbstverständlich. Dem Verein ist es ein echtes Anliegen, auch andere Organisationen zu unterstützen, sofern es die Mittel und Möglichkeiten des Vereins zulassen, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing, Manfred Burdich. „In unserer täglichen Arbeit als Ausbilder von Rettungshunde- und Therapiebegleithundeteams oder als Ausbilder für Assistenzhunde für Menschen mit Behinderung haben wir es tagtäglich mit den verschiedensten Menschen und Tieren zu tun. Und leider stehen nicht alle davon auf der Sonnenseite des Lebens“, so Burdich. „Mit dieser Futterspende wollen wir einen kleinen Beitrag leisten, dass es Mensch und Hund in Notzeiten ein bisschen besser haben“.
Das Foto zeigt ehrenamtliche Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing und des Tierschutzvereins Kronach und Umgebung beim Verladen der Futterspende.

Förtschendorf/Wien (bu) „Hundenase, Geruch und mehr…“, unter diesem Motto hat die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing – Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum mit Sitz in Kronach zum diesjährigen Deutsch-Österreichischen Mantrailing-Camp in den Landkreis Kronach eingeladen. Bereits zum fünften Mal organisierte die Rettungshundestaffel dieses Treffen, welches mal in Deutschland und mal in Österreich stattfindet. Zu Gast in diesem Jahr war unter anderem Karina Kalks und Katja Tettauer von der Mantrail Academy Austria (maa) aus Wien.

„Glück ist das einzige, das sich vermehrt, wenn man es teilt“, so Manfred Burdich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing. „Mit Wissen“, so Burdich, „verhält es sich genauso. Auch Wissen wird mehr, wenn man es teilt“. Und das sei der Grund, warum die Personenspürhundeführer aus Kronach immer wieder solche Erfahrungsaustausche suchen und organisieren.

Sowohl die Mantrail Academy Austria unter Führung von Karina Kalks als auch die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing sind Pioniere in der Ausbildung und im Einsatz von Personenspürhunden. Der Blick über den Tellerrand ist beiden Organisationen wichtig. Denn Qualität in der Ausbildung rettet Leben. Darüber hinaus schützen solche Treffen vor „Betriebsblindheit“, sind sich Kalks und Burdich sicher.

Ursprünglich sollte dieses Treffen bereits im Frühjahr stattfinden. Allerdings durchkreuzte die Corona-Krise die Pläne der Organisatoren. Die Reisebegrenzungen gestatteten schlicht keinen länderübergreifenden Austausch. Und auch die Kontaktverbote machten die ursprüngliche Planungen zu nichte. „Umso mehr freuen wir, dass wir das Camp jetzt – unter Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln durchführen konnten“, so Burdich.

Im Zentrum des Ausstauschs stand das Teilen empirischen Wissens bei der Suche nach vermissten Menschen. Burdich abschließend: „Wir schätzen das Wissen von Karina Kalks enorm, denn sie analysiert jedes Geschehen um das Thema „Vermisstensuche“ mit nahezu wissenschaftlicher Akribie.“ Eine Arbeitsweise, die auch die Grundlage bei der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing darstellt.

Das nächste Treffen ist übrigens bereits in Planung. Es soll 2021 wieder im Landkreis Kronach stattfinden.

Offenheit und Transparenz

Arbeitsgemeinschaft Mantrailing steht für Offenheit und Transparenz

Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing – Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum steht für Offenheit und Transparenz. Hierfür ist der Verein von der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ ausgezeichnet worden. Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ist bislang die erste und einzige Organisation aus dem Landkreis Kronach, die die Ziele der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) umsetzt und verfolgt. Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ist berechtigt, das Logo der ITZ zu führen.
In Deutschland gibt es keine einheitlichen Veröffentlichungspflichten für zivilgesellschaftliche Organisationen. Dabei hilft Transparenz, die eigene Arbeit für die Öffentlichkeit sowie Spenderinnen und Spender nachvollziehbar zu machen und so Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu stärken. Auf Initiative von Transparency International Deutschland e.V. haben im Jahr 2010 zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zehn grundlegende Punkte definiert, die jede zivilgesellschaftliche Organisation der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte. Dazu zählen unter anderem die Satzung, die Namen der wesentlichen Entscheidungsträger sowie Angaben über Mittelherkunft, Mittelverwendung und Personalstruktur. „Für die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing ist es selbstverständlich, dass wir unsere Strukturen offen legen“, so der Vorsitzende Manfred Burdich. Burdich weiter: „Jedes Mitglied hatte schon immer das Recht, Einsicht in alle finanziellen und strategischen Vorgänge zu nehmen. Diese Philosophie der Offenheit weiten wir jetzt konsequent für jedermann aus.“
Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft fördert ein Plus an Informationen, welches die Organisationen, die sich der ITZ angeschlossen haben, freiwillig anbieten und das über die gesetzlichen Veröffentlichungspflichten für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland hinausgeht. Hierfür liefert die ITZ einen Rahmen für grundlegende Transparenz in gemeinnützigen Organisationen. Es wird damit ein Angebot geschaffen, sich mit dem Thema Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit zu befassen und trägt dazu bei, die Kultur der Transparenz im gemeinnützigen Sektor zu stärken.
Organisationen, welche die Anforderungen der ITZ umgesetzt haben, dürfen das ITZ- Logo führen und können somit einfach nach außen dokumentieren, dass sie sich mit dem Thema befasst haben und die Veröffentlichung der festgelegten Informationen vollständig vorgenommen haben und diese auch in Zukunft stets aktuell halten wollen.

Internationaler Tag des Rettungshundes 2020

Kronach (bu) Am vergangenen Sonntag fand – wie immer am letzten Sonntag im April – der Internationale Tag des Rettungshundes satt. Dieser Tag des Rettungshundes wird seit 2008 von der Internationalen Rettungshundeorganisation (IRO) organisiert. Eine Initiative, die Rettungshundeorganisationen die Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren und gleichzeitig einen Einblick in die wertvolle Arbeit mit Rettungshunden zu geben.

Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing – Rettungshundestaffel & Therapiehundezentrum aus Kronach beteiligte sich als Mitglied der IRO auch in diesem Jahr – übrigens wiederholt als einzige deutsche Organisation – am Internationalen Tag des Rettungshundes. Allerdings waren die Möglichkeiten auf Grund der Beschränkungen durch die Corona-Krise begrenzt, die Leistungsfähigkeit von Rettungshunden einer breiten Öffentlichkeit hautnah und „life“ vorzustellen. Das hat die Arbeitsgemeinschaft aber nicht davon abgehalten auch hier neue Wege zu beschreiten. Mit einem virtuellen Rundgang führten die Verantwortlichen der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing über die neu entstehende „Working Dog Area“ auf dem Areal des ehemaligen Hartsteinwerkes in Förtschendorf. Die Arbeitsgemeinschaft Mantrailing plant dort in Kooperation mit der „Hartsteinwerk – Working Dog Foundation“ den Bau des größten europäischen Trainingsplatzes für Rettungshundestaffeln und Working Dog Organisations. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2021 geplant – sofern alle beteiligten Ämter und Behörden dem Vorhaben zustimmen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing, Manfred Burdich, freute sich über den regen Zuspruch dieses virtuellen Rundgangs, der sich sowohl in sozialen Medien als auch per Web-Meetings abspielte. Mehr als 3.500 Interessierte haben den virtuellen Rundgang über das entstehende Trainingsgelände angetreten. Das Fachpublikum hatte zudem die Möglichkeit in mehreren Online-Meetings von Gesicht zu Gesicht sich über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing und deren Personen- und Leichenspürhunde zu informieren.

Tropische Erreger auf dem Vormarsch

Wegen des Klimawandels können sich im Süden heimische Tierkrankheiten hierzulande verbreiten – Auch Hunde sind betroffen

Die Herzwurm- und Hautwurmerkrankung, die Leishmaniose oder auch die Augenkrankheit Thelaziose sind vor allem Hundehaltern bekannt, die ihre Tiere gerne mit auf Reisen in südliche Länder nehmen oder die darüber nachdenken, einen Hund von dort zu importieren. Allen Krankheiten gemeinsam ist, dass sie durch Parasiten hervorgerufen und durch wärmeliebende Mücken – die Thelaziose durch bestimmte Fruchtfliegen – übertragen werden. Der Klimawandel unterstützt deren Verbreitung. Bei in Deutschland beschriebenen Fällen handelt es noch um Einzelereignisse. Auch wenn an Reisen derzeit nicht zu denken ist, beschäftigen sich Experten mit dieser Entwicklung.

Viele Mücken sind für ihre Entwicklung auf milde Temperaturen angewiesen, strenge Winter überleben sie nicht. Durch den Klimawandel könnten sich die Lebensbedingungen hierzulande für solche Mücken, die oftmals Parasiten in sich tragen, mittelfristig verbessern. Damit wächst die Gefahr, dass sich Hunde auch zu Hause mit „exotischen“ Krankheiten anstecken.

Als äußerst gefährliche Krankheit gilt die Leishmaniose. Dabei handelt es sich um einen einzelligen Blutparasiten, der durch den Stich von Sandmücken auf den Hund, der als Hauptwirt gilt, übertragen wird. Die Krankheit zählt zu den Zoonosen, das heißt, auch Menschen können erkranken. Im Mittelmeerraum, in Afrika und im Nahen Osten sind Sandmücken endemisch. Gegenwärtig gilt das südliche Europa als exponiertes Verbreitungsgebiet der Leishmaniose. Wegen infizierter „Heimkehrer“ und Importhunden aus endemischen Regionen gehen Experten davon aus, dass es hierzulande bereits rund 100.000 Leishmaniose-positive Tiere gibt. Doch auch die Sandmücke selbst dringt als Folge der Klimaerwärmung weiter nach Norden vor. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden die ersten Sandmückenpopulationen bereits nachgewiesen, in Rheinland-Pfalz auch die Art, die die Leishmaniose überträgt. Dort sind Fälle bekannt, bei denen Hunde, die nie im Ausland gewesen sind, eine Leishmaniose entwickelt haben. Neben der Übertragung durch Mücken ist unter bestimmten Bedingungen auch die Übertragung von Tier zu Tier möglich.

Für die Übertragung von Herzwürmern besteht derzeit innerhalb Deutschlands kein nennenswertes Risiko für Hunde. Von grundsätzlicher Bedeutung sind die Parasiten Dirofilaria immitis (Herzwurm) als Erreger der Herzwurmkrankheit und Dirofilaria repens (Hautwurm) als Erreger einer Hauterkrankung, der so genannten kutanen Filariose. Beide Parasiten werden durch Stechmücken übertragen und wurden in der Vergangenheit ausschließlich durch Importtiere nach Deutschland gebracht oder kamen als „Reisemitbringsel“ aus dem Mittelmeerraum zu uns. Inzwischen wurden jedoch hierzulande schon Mücken gefunden, die Larven des Hautwurms in sich tragen. Und vereinzelt gibt es auch Hinweise auf in Deutschland erworbene Erkrankungen. Infizierte Hunde sind aus Brandenburg und von der Oberrhein-Region bekannt. In Nachbarländern wie Polen und Österreich scheint der Parasit bereits endemisch zu sein.

Der Augenwurm stammt ursprünglich aus dem Orient, taucht inzwischen aber vermehrt in Europa auf. Es handelt sich um Fadenwürmer, die die Augenerkrankung Thelaziose bei Menschen und Tier verursachen können. Vektoren sind spezielle Fruchtfliegen, die schon in Deutschland nachgewiesen werden konnten. Experten rechnen mit einer weiteren Verbreitung – zunächst in Mitteleuropa. In Italien, Spanien und Frankreich gilt der Augenwurm bereits als endemisch. Bei den in Deutschland beschriebenen Fällen handelt es sich noch um Einzelereignisse.

Tierhaltung in Zeiten des Coronavirus

Tierhaltung in Zeiten des Coronavirus:

Zehn Fragen – zehn Antworten

Das Coronavirus (COVID-19) hält ganz Deutschland in Atem. Viele Tierhalter sind verunsichert und fragen sich, was die Corona-Pandemie für sie und ihre Heimtiere bedeutet. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. hat die Aussagen führender Experten und Institutionen auf zehn dringliche Fragen zusammengestellt. Die gute Nachricht: Grundsätzlich können Tierfreunde mit ihren Schützlingen normal weiterleben und sie uneingeschränkt versorgen.

Die hier zusammengetragenen Informationen entsprechen dem Informations- und Wissensstand vom 25.03.2020. Tierhalter sollten sich regelmäßig bei den angegebenen Quellen informieren. Diese werden fortlaufend aktualisiert.

1. Können Katzen und Hunde an COVID-19 erkranken und dieses auf den Menschen übertragen?

Aktuell sind keine Fälle bekannt, in denen Hunde oder Katzen an COVID-19 erkrankt sind. Zudem geht die Wissenschaft davon aus, dass Hunde und Katzen das Virus nicht auf Menschen übertragen können. So gibt es laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen. Diese Einschätzung teilen das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten sowie die Weltgesundheitsorganisation. Somit können gesunde Heimtierhalter weiterhin mit ihren Tieren spielen und kuscheln. Generelle Hygieneregeln wie das Händewaschen nach jedem Tierkontakt sollten beachtet werden.

Das Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt Heimtierhaltern, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, engen Kontakt zu ihren Tieren vorerst zu vermeiden. Dazu zählt zum Beispiel das Abschlecken des Gesichts durch die Tiere. 

2. Werden Hunde und Katzen auf das Coronavirus getestet?

Aktuell sind keine Fälle bekannt, in denen Hunde oder Katzen an COVID-19 erkrankt sind. Sollten bei Vierbeinern jedoch Symptome auftreten, kann es nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts ratsam sein, die Tiere zu testen, um weitere Informationen zur Übertragung des Virus zu gewinnen. In diesem Fall sollte sich das zuständige Gesundheitsamt mit dem Veterinäramt in Verbindung setzen. Der Nachweis beim Tier folgt dem gleichen Testverfahren wie beim Menschen.

3. Was gilt im Umgang mit Kaninchen, Meerschweinchen und Co.?

Heimtiere wie Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Kanarienvögel oder Wellensittiche können nach aktuellen Erkenntnissen ebenfalls nicht an COVID-19 erkranken und das Virus auch nicht übertragen. Das Gleiche gilt für Pferde und Tiere in der Landwirtschaft.

4. Kann ich mein Aquarium pflegen, wenn ich regelmäßig meine Hände desinfiziere?

Grundsätzlich können Tierhalter die Bewohner in Aquarien wie gewohnt versorgen. Im Zusammenhang mit der Verwendung von Desinfektionsmitteln ist laut dem Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e. V. (ZZF) jedoch Vorsicht geboten: Bevor Zierfisch-Freunde ins Aquarium greifen, sollten ihre Hände frei von chemischen Rückständen jeglicher Art sein. Um negative Auswirkungen auf die Wasserwerte zu vermeiden, reicht es, Hände und Arme vorab mit klarem, warmem Wasser zu reinigen.

5. Sind Schutzmaßnahmen für Heimtiere notwendig?

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut gibt es weder Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen, noch dass sich die Tiere bei infizierten Menschen anstecken können. Auch der Einsatz von Atemmasken oder Desinfektionsmitteln bei Tieren ist nicht notwendig. Im Gegenteil: Derartige Maßnahmen stressen die Tiere enorm und können zudem ihre Häute und Schleimhäute schädigen.

6. Dürfen Tierhalter weiterhin mit ihrem Hund Gassi gehen, falls es eine Ausgangssperre gibt?

Derzeit gilt in Deutschland ein Kontaktverbot. Eine deutschlandweite Ausgangssperre wurde bislang nicht ausgerufen. Doch auch, falls es dazu kommen sollte, müssen die Grundbedürfnisse der Bürger erfüllt werden. Dasselbe gilt für Tiere: In Deutschland ist der Tierschutz als Staatsziel verankert. Damit haben Tiere hierzulande eine Sonderstellung, die dazu führt, dass auch ihre Grundbedürfnisse erfüllt werden müssen.

Wie die Regelungen im Falle einer deutschlandweiten Ausgangssperre konkret aussehen könnten, zeigt das Beispiel der Stadt Mitterteich in Bayern, wo bereits eine Ausgangssperre angeordnet wurde. Tätigkeiten wie „unabdingbare Versorgungen von Haustieren“ sind hier von der Ausgangssperre ausgenommen. Dazu gehört sowohl die Grundversorgung mit Futter und Wasser als auch eine artgerechte Bewegung der Tiere. Bei Hunden muss also erlaubt sein, mindestens eine Stunde lang mit ihnen am Wohnort spazieren zu gehen.

 

7. Ich wurde positiv auf COVID-19 getestet und befinde mich in häuslicher Quarantäne. Wie kann ich mein Tier trotzdem ausreichend versorgen?

Das Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt derzeit keine Maßnahmen wie die Trennung von infizierten Tierhaltern oder gar eine Quarantäne. Tierfreunde können ihre Schützlinge also grundsätzlich normal versorgen. Das gilt sowohl für Hunde und Katzen als auch für andere Heimtiere, wie Zwergkaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Kanarienvögel oder Wellensittiche. Katzen, die Freigang gewohnt sind, können weiterhin ins Freie gelassen werden. Gleichwohl sollten Personen, bei denen eine Infektion mit COVID-19 nachgewiesen wurde, engen Kontakt zu ihren tierischen Freunden vermeiden. Dazu zählt zum Beispiel das Abschlecken des Gesichts durch das Tier.

Hundehalter, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, stehen vor der Herausforderung, dass sie ihre Wohnung nicht verlassen dürfen. Sie sollten junge, gesunde Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte bitten, den Vierbeiner auszuführen. 

Dabei gelten die aktuellen Hygiene- und Verhaltensregeln:

  • Infizierte Tierhalter sollten sich vor Übergabe des Hundes gründlich die Hände waschen und den direkten Kontakt mit der Person vermeiden, die das Tier abholt.
  • Im Idealfall sollte die Person, die mit dem Hund ausgeht, das Haus oder die Wohnung nicht betreten, sondern das Tier im Eingangsbereich übernehmen.
  • Die Person, die das Tier ausführt, sollte möglichst eine eigene Leine und ein eigenes Halsband mitbringen und verwenden, damit sie nicht dieselben Gegenstände anfasst wie die infizierte Person. Ist dies nicht möglich, kann die Leine gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

8. Kann ich weiterhin Futter und Bedarfsartikel für Tiere einkaufen?

Geschäfte des Zoofachhandels sind in den meisten Regionen ebenso geöffnet wie der normale Lebensmittelhandel. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zählt der „Einzelhandel für Tierbedarf“ zu den Geschäften des täglichen Bedarfs, die grundsätzlich geöffnet bleiben. Gleichwohl weist das Ministerium darauf hin, dass regional unterschiedliche Regelungen gelten. Tierfreunde sollten sich also im Vorfeld darüber informieren, welcher Zoofachhändler in ihrer Nähe geöffnet hat.

Beim Einkauf im Zoofachhandel gelten dieselben Verhaltensregeln wie beim Lebensmitteleinkauf. Dazu zählen ein möglichst großer Sicherheitsabstand zu anderen Personen sowie der Verzicht auf das Bezahlen mit Bargeld.

9. Kann ich mit meinem Tier zum Tierarzt gehen?

Die Tierärzte und Tierkliniken in Deutschland sind weiterhin geöffnet. Der Europäische Tierärzteverband (FVE) hat jedoch zusammen mit dem Dachverband der Kleintierärzteverbände (FECAVA) Empfehlungen für die aktuelle Krise herausgegeben: Tierhalter sollten den Tierarzt nur in dringenden Fällen aufsuchen und vorab telefonisch oder online einen Termin vereinbaren. Nur eine gesunde, erwachsende Person soll das Tier begleiten und während des gesamten Aufenthalts in der Praxis den Kontakt mit anderen Menschen vermeiden.

10. Ist es sinnvoll, Tiere vorsorglich im Tierheim abzugeben?

Tierhalter sollten ihre Schützlinge nur im Tierheim abgeben, wenn es unbedingt notwendig ist. Ein Ortswechsel sowie der Verlust der Bezugspersonen bedeuten für jedes Tier Stress. Darüber hinaus befinden sich die Tierheime dem Deutschen Tierschutzbund zufolge derzeit in einer Ausnahmesituation, sodass jede nicht unbedingt notwendige Tierabgabe vermieden werden muss. Dies gelte auch für eine vorübergehende Abgabe während einer 14-tägigen Quarantäne: Hierauf sollten Tierhalter nur zurückgreifen, wenn es wirklich nicht möglich ist, das betreffende Tier zu Hause zu betreuen, oder wenn eine infizierte Person ins Krankenhaus muss.