Pinchi

Pinchi“, männlich, kastriert, Zwergpinscher, geb. 30.05.11, 30 cm

Kleiner Mann ganz groß

Kleine Kulleräuglein, ein zierliches Schnäuzchen und dünne Streichholz-Beine – keine Frage: Pinchi ist ja sooo süß! Aber aufgepasst! Der kleine Mann ist nämlich alles andere als ein Schoßhündchen. Was da als niedlicher Dreikäsehoch daherkommt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als selbstbewusste Persönlichkeit, die mit ihrem riesigen Ego locker jedem Schäferhund Konkurrenz macht. Wer Pinscher kennt – und Zwergpinscher sind da keine Ausnahme – weiß, dass diese Hunde robust und mutig sind und das Herz eines Löwen in sich tragen. Auch Pinchi ist da keine Ausnahme.

Er ist daher nicht für Hundeanfänger und auch nicht für Familien mit Kindern geeignet. Für ihn suchen wir definitiv Menschen, die schon Hundeerfahrung mitbringen und die das richtige Händchen haben, unserem kleinen Charakterkopf liebevoll, aber bestimmt seine Grenzen aufzuzeigen.

Trotz seiner geringen Größe ist Pinchi ein Wachhund par excellence. Nach seinem Weltbild haben fremde Besucher in seinem Revier nichts verloren und dürfen auch beim Spazierengehen nicht zu nahe an seine Bezugspersonen herankommen. Seine Menschen wie auch sein Hab und Gut verteidigt er mit Vehemenz. Da ist dann wirklich nicht gut mit dem Knirps Kirschen essen. Zwar gewöhnt er sich trotzdem auch an neue Gesichter, aber vor allem bei Männern tut er sich in der Regel etwas schwer. Zu Frauen findet er viel leichter Zugang.

Pinchi braucht Menschen, die eine natürlich Führungsposition einnehmen und genügend Dominanz und Souveränität ausstrahlen, dass sich der Dreikäsehoch bei ihnen sicher fühlt und nicht selbst die Führung an sich reißen muss. Er muss seine Grenzen ganz genau kennen und braucht klare Regeln und Strukturen, weil er sonst das Ruder selbst in die Pfote nimmt und alles nach eigenem Gutdünken managt – und das ist leider nicht unbedingt im Sinn seines Besitzers.

Wer sich für Pinchi interessiert und ihm eine Chance geben möchte, muss etwas Zeit und Geduld mitbringen, damit er Pinchi zusammen mit seinem Gassi-Frauchen erst einige Male beim Spazierengehen begleiten kann. So kann der forsche Knirps eine neue Bezugsperson langsam und auf neutralem Gelände kennenlernen.

Bei seinen gewohnten Bezugspersonen ist Pinchi übrigens sehr verschmust und anhänglich. Er liebt kuschelige Körbchen und Wärme, genießt es, sich streicheln und liebkosen zu lassen und bringt uns immer wieder zum Schmunzeln, wenn er auf dem Bauch liegend alle Viere von sich streckt und dann aussieht wie ein Bettvorleger. Auch wenn er noch so groß tut – wie alle Hunde möchte er doch geliebt werden, möchte Sicherheit erfahren und sich gut aufgehoben wissen.

Pinchi ist stubenrein, mag aber nicht gern allein zuhause bleiben. Dann kann es sein, dass er etwas jammert. Er macht aber nichts kaputt und benimmt sich auch sonst sehr anständig in der Wohnung. Autofahren ist kein Problem.

Dass er heuer 10 Jahre alt wird, merkt man ihm außer an seinem grauen Schnäuzchen überhaupt nicht an. Pinchi ist topfit, unternehmungslustig, ausdauernd und agil.

Mit anderen Hunden verträgt er sich im Tierheim eigentlich gut. Beim Spazierengehen hat er aber auch hier die Angewohnheit, die Führung an sich zu reißen und fremde, entgegenkommende Hunde anzupöbeln. Auch hier zeigt sich, dass er Menschen braucht, die souverän genug sind, um ihm genau vorgeben können, was er zu tun und zu lassen hat. Ansonsten entscheidet unser kleiner Gernegroß alles selbst und macht, was er will.

Pinchi ist sicher nicht der einfachste Charakter. Aber er hat trotzdem das gewisse Etwas, er hat Charme und ist auf seine ganz eigene Weise ein ganz besonderer kleiner Hund. In den richtigen Händen könnte er sich als treuer und anhänglicher Begleiter erweisen, mit dem man Pferde stehlen kann. Ohne genügend Führung allerdings ist er ein kleiner Krawall-Knirps, der einem das Leben schwer macht. Wir wissen, dass es nicht leicht sein wird, genau die richtige Mischung Mensch für Pinchi zu finden. Falls Sie nun nicht abgeschreckt sind und mehr wissen möchten, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns kontaktieren.

Kontakt:
Tierschutzverein Kronach
Ottenhof 2
96317 Kronach
Tel.: 09261/20111
e-mail: tsvkc@gmx.de
www.tierheim-kronach.de

Benny

„Benny“, männlich, kastriert, Berner Sennenhund, geb. 20.01.18, 65 cm – Benny sucht die Nadel im Heuhaufen

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass ein Tierheimhund wie Benny schnell ein neues Zuhause finden müsste. Er ist jung, er ist reinrassig, er ist bildschön und seine Rasse ist zudem überaus beliebt.

Leider ist es aber nicht immer so einfach, denn Benny ist nicht der typische menschenfreundliche, immer gut gelaunte, offene und zutrauliche Berner Sennenhund-Knuddelbär, wie man sich diese Rasse landläufig so vorstellt. Benny ist kein Anfängerhund, er ist nicht für Kinder geeignet und wir können ihn definitiv nur in sehr erfahrene Hände vermitteln. Kurz gesagt – wir suchen für ihn die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen.

Benny wurde bei uns abgegeben, weil er nicht alle Familienmitglieder akzeptiert und dann auch mal geschnappt hat. Da er nicht von klein auf in dieser Familie war und wohl schon durch mehrere Hände gegangen ist, können wir leider nicht mehr nachvollziehen, was er schon alles erlebt und was ihn geprägt hat.

Tatsache ist, dass Benny sehr misstrauisch ist. Im Tierheim haben wir mehrere Monate (!!!) gebraucht, bis wir ihn endlich anfassen konnten und bis heute vertraut er eigentlich nur unserer Tierheimleiterin und seinem Gassi-Frauchen so richtig.

Mit diesen beiden Frauen allerdings ist es die ganz große Liebe. Die beiden dürfen ihn anfassen, bürsten, mit ihm spielen und vor allem nach Herzenslust knuddeln. Da bricht Bennys ansonsten spröde Schale auf einmal auf und er benimmt sich, wie man es eigentlich von einem Berner Sennenhund gewöhnt ist. Mit ihnen schmust er für sein Leben gern, er wirft sich dann auch auf den Rücken, präsentiert sein Bäuchlein und kann nicht genug von den Streicheleinheiten bekommen. Auch Spielen und vor allem Bälle findet Benny ganz toll und tobt ausgelassen damit herum. Wenn man Benny in solchen Momenten beobachtet, kann man sich gar nicht vorstellen, dass Benny auch anders sein kann…

Aber leider ist Benny bei allen anderen Menschen, insbesondere natürlich bei Fremden, sehr misstrauisch. Er mag es überhaupt nicht, wenn jemand einfach „mit der Tür ins Haus fällt“ und ihn ungefragt anfasst. Er versucht dann, auszuweichen, würde aber definitiv schnappen, wenn man ihn weiter bedrängt. Benny braucht einige Zeit, bis er jemandem so weit vertrauen kann, um körperliche Nähe zu gestatten. Auch zeigt er sich bei unerwarteten Umweltreizen (manche Passanten, die plötzlich auftauchen, ein unerwartetes Geräusch o.ä.) so verunsichert, dass er sich wieder komplett in sein Schneckenhaus zurückzieht und selbst seine Bezugsperson etwas Zeit braucht, bis er sich wieder beruhigt hat. Warum dies so ist, liegt bestimmt in Bennys Vorgeschichte begründet, aber da er nicht sprechen kann, werden wir vermutlich nie erfahren, was er erlebt hat.

Benny ist auf jeden Fall eher ein Einmannhund als ein Familienhund und für Kinder absolut ungeeignet. Seine neuen Besitzer müssen unbedingt sehr viel Hundeerfahrung mitbringen, sie müssen einfach das richtige Händchen für ihn haben, Souveränität ausstrahlen, konsequent sein und eine natürliche Führungsposition einnehmen, so dass sie Benny Sicherheit geben können und er nicht gezwungen ist, die Dinge selbst zu regeln. Da Benny selbst ein unsicherer Hund ist, braucht er klare Strukturen in seinem Alltag und klare (aber natürlich trotzdem liebevolle!) Ansagen von seinem Besitzer. Auch etwas Erziehung ist noch gefragt. Das tägliche Training mit seinem Herrchen (oder Frauchen) würde Benny ganz sicher viel Spaß machen. Er ist ja noch jung und möchte geistig und körperlich ausgelastet sein.

Wer sich für Benny interessiert, muss außerdem etwas Ausdauer mitbringen, denn wir können ihn auf keinen Fall nach ein oder zwei Spaziergängen vermitteln. Die Interessenten müssten einige Zeit lang mit seinem jetzigen Gassi-Frauchen mitlaufen, so dass sich Benny langsam an sie gewöhnen kann. Erfahrungsgemäß geht dies auf neutralem Gelände, also außerhalb der Tierheim-Gitter, sehr viel besser, da er sich in seinem Zwinger leicht in die Enge gedrängt fühlt und meint, sich verteidigen zu müssen. Beim zwanglosen Spazierengehen, Spielen und Herumtollen kann Benny wesentlich leichter aus sich herausgehen und Kontakte knüpfen. Trotzdem wird es einige Zeit dauern, bis er dem „neuen Gesicht“ soweit vertraut, dass er auch allein mitgehen und sich anfassen lassen würde. Ein langer Atem und viel Verständnis sind – zusätzlich zu Hundekenntnissen – also unbedingt erforderlich, um unser Sorgenkind „knacken“ zu können. Dass Benny sehr verfressen ist und Liebe auch bei Hunden durch den Magen geht, könnte etwas dazu helfen.

Ist das Eis erst einmal gebrochen, präsentiert sich Benny aber als sehr anhänglicher und verschmuster Kumpel, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Seine Bezugsperson ist für Benny der Mittelpunkt seiner kleinen Welt, andere Menschen braucht er dann nicht wirklich.

Ansonsten lässt sich nur Positives über Benny berichten. Er versteht sich in der Regel gut mit anderen Hunden, er ist stubenrein, kann problemlos auch mal ein paar Stunden allein zuhause bleiben, er kann sich im Haus benehmen, macht weder etwas kaputt noch ist er ein Kläffer und er fährt auch gern im Auto mit – alles Eigenschaften, die ihn zu einem idealen Hausgenossen machen. Nur eben bei fremden Menschen wird man immer aufpassen müssen.

Wir wissen, dass es nicht leicht wird, das richtige und vor allem geeignete Zuhause für unser Sorgenkind zu finden. Es ist die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Aber wir möchten es doch versuchen, denn im Grunde ist Benny ein guter Kerl und es wäre jammerschade, wenn er sein Leben im Tierheim verbringen müsste. Vielleicht gibt es ja irgendwo einen Hundefreund, der seine Seele versteht und ihn richtig zu nehmen weiß.

Kontakt:
Tierschutzverein Kronach
Ottenhof 2
96317 Kronach
Tel.: 09261/20111
e-mail: tsvkc@gmx.de
www.tierheim-kronach.de