Der große Knall – Vorbereiten auf Silvester

Die Silvesterzeit ist für unsere Haustiere eine bange Zeit. Spätestens ab dem 28. Dezember, wenn Silvesterraketen und Böller offiziell verkauft werden dürfen, beginnt für unsere Hunde eine Zeit, die verbunden ist mit Angst und Stress. Denn den Spaß am Krach machen, den viele Menschen mit Silvester verbindet, teilen unsere Vierbeiner nicht. Im Gegenteil: Sie geraden geradewegs in Panik. Denn sie können die laute Knaller, die Lichtblitze und den Sternenregen eines Feuerwerks nicht einordnen. Kein Wunder, denn solches Schauspiel ist widernatürlich.

Hunde (und andere Haustiere) haben ein viel feineres Gehör als wir Menschen, daher ist die Silvesterknallerrei für sie besonders belastend. Am Silvesterabend selber sollte man den Tieren die Möglichkeit geben, sich an einen für sie sicheren Ort zurückziehen zu können. Darüber hinaus sollte man sie möglichst gegen den Lärm und die Lichteffekte abschotten. Oft reicht es schon, wenn am Silvesterabend eine vertraute Person zu Hause bleibt und dem Hund durch einen ruhigen und entspannten Umgang Sicherheit vermittelt. Keinesfalls sollten Haustiere alleine gelassen werden, dies kann nachhaltige Verhaltensprobleme auslösen.

Bereits vor Beginn des Jahresendspektakels ist es zweckmäßig, die Hunde noch einmal ausgiebig spazieren zu führen, damit sie nicht gerade mitternachts noch einmal vor die Türe müssen. Denn auch ein voller Darm oder eine drückende Blase verursachen Stress. Und natürlich sollten Hunde nur noch angeleint ausgeführt werden, denn alle Jahre wieder kommt es vor, dass Hunde aufgrund eines Böller in Panik davon rennen und oft Tage nicht mehr gesehen werden. Bereits im Vorfeld zur Silvesternacht kann auch mit der Applikation von beruhigend wirkenden Pheromonen oder Nahrungsergänzungsmittel gearbeitet werden. Dies ersetzt aber nicht die körperliche Nähe zum Hundehalter. Der Hund sollte auch nicht bedauert werden, denn dies würde die Angst noch weiter verstärken. Vielmehr gilt es, durch souveränes und gelassenes Auftreten Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Hunde orientieren sich an starken Persönlichkeiten. Es ist die Pflicht des Hundehalters in solchen, für den Hund krisenhaften Situationen für ihn da zu sein. Eine ruhige Musik im Hintergrund, abgedunkelte Räume und eine gemütliche, kuschelige Ecke wirken oftmals wahre Wunder. Beruhigungsmittel hingegen dürfen nur dann verabreicht werden, wenn dies mit dem Tierarzt abgesprochen ist. Denn solche Mittel können mitunter auch paradox wirken und das Gegenteil bewirken. Manchmal hilft es auch, mit dem Hund ausgiebig zu spielen, so vergisst er was um ihn herum passiert. Durch ein gemeinsames Spiel ist der Fokus des Hundes auf seinen Menschen gelenkt, so hat er die Chance, alles andere auszublenden. Hunde sind Gewohnheitstiere. Deshalb darf gerade am Silvestertag die tägliche Routine beibehalten werden, so dass der Hund gar nicht auf die Idee kommt, dass irgend etwas außergewöhnliches passieren könnte.

Wer bereits im Vorfeld seinen Hund auf die Silvesternacht vorbereiten will, der kann versuchen, seinen Hund mit speziellen Geräusch-CDs zu desensibilisieren. Derartige Geräusch-CDs sind eine in der Praxis bewährte Methode zur Desensibilisierung und werden von vielen Hundeverhaltensberatern eingesetzt. Auf diesen CDs sind die verschiedensten „Angstgeräusche“ in entspannender Musik eingebettet. Der Rhythmus der Musik wirkt beruhigend, sodass die darin verborgenen Störgeräusche zunächst gar nicht wahrgenommen werden. Je länger eine solche CD spielt, umso mehr geraten die Störgeräusche in den Vordergrund. So hat der Hund die Chance, sich nach und nach an Böller und Feuerwerkkrach zu gewöhnen. Und er merkt, dass diese Geräusche gar nicht so schlimm sind, da er diese vorher mit dem für ihn angenehmen Klangteppich verbunden hat. Und das schöne dabei: Das Desensibilisierungsprogramm mittels Geräusch-CDs läuft nebenbei im Alltag mit, so dass nicht einmal ein zusätzlicher Zeitaufwand mit dem Training des Hundes verbunden ist.

copyright by Manfred Burdich

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